Beim letzten Margetshöchheimer Repair-Café spendete das ehrenamtliche Team wieder für den guten Zweck: diesmal gingen 400 Euro an Bruder Tobias von der Würzburger Straßenambulanz für Obdachlose. Das Repair-Café bekam aber auch selbst Unterstützung: die Servicestelle Ehrenamt des Landkreises packte beim Betrieb mit an und gab nützliche Tipps.
Seit seinem Start im Januar 2022 hat sich das Margetshöchheimer Repair-Café über die Grenzen der Gemeinde hinweg voll etabliert und wird regelmäßig sehr gut besucht. Beim letzten Repair-Café im November im evangelischen Gemeindehaus kamen erneut Dutzende Bürger vorbei, um ihre defekten Gegenstände aus den Bereichen Elektro, Holz, Spielzeug, Textil und Fahrrad von den Ehrenamtlichen instandsetzen zu lassen. Die engagierten Reparateure haben diesmal insgesamt 42 Dinge auf den Tisch bekommen, davon konnten 27 Gegenstände wieder repariert werden (64%). Bei den Elektrogeräten (30 Stück) lag die Erfolgsquote bei 60%; bei Holzartikeln (4), Fahrrad-Reparaturen (2) und mechanischen Geräten (1) lag die Quote sogar bei 100%. Textilien konnten zu 40 % ertüchtigt werden.
Regen Zulauf hatten außerdem der Stand des Weltladens Erlabrunn ebenso wie der Kaffee- und Kuchenstand mit selbstgebackenen Köstlichkeiten. Seit 2022 organisiert ein ehrenamtliches Team mit Gründerin Ursula Grosch fünf Mal im Jahr das Margetshöchheimer Repair-Café - es ist wohl das einzige im Würzburger Raum, das so regelmäßig stattfindet, und eine echte Erfolgsgeschichte. Das Team verlangt für die Reparaturen kein Geld, freut sich aber über Spenden - von den Einnahmen fließt ein Teil in wichtige Anschaffungen, der Rest wird regelmäßig für den guten Zweck gespendet.
400 Euro Spende für die Straßenambulanz von Bruder Tobias
Diesmal gingen 400 Euro Spende an die Würzburger Straßenambulanz. Das Team des Repair-Cafés war durch einen Artikel in der Main-Post auf die niederschwellige Unterstützung von Obdachlosen durch Bruder Tobias Matheis aufmerksam geworden. Der Geistliche von den Franziskaner-Minoriten kam persönlich vorbei, um die Spende entgegenzunehmen und berichtete von seinem Wirken. Er ist ehemaliger Krankenpfleger und hat die Würzburger Straßenambulanz 2004 gegründet, "um für die Menschen am Rande der Stadt da zu sein", wie er sagt. Um Geld für Miete und Administration zu sparen, verzichtet die Straßenambulanz auf eigene Räumlichkeiten - Bruder Tobias und seine ehrenamtlichen Mitstreiter bieten Hilfen dort an, wo sich die Betroffenen normalerweise aufhalten. So wurde etwa in der Streetwork-Anlaufstelle "Underground" am Würzburger Hauptbahnhof eine wöchentliche Arztsprechstunde eingerichtet, in der sieben ehrenamtliche Ärzte und Ärztinnen die Bedürftigen medizinisch versorgen. "Wir müssen raus unter die Menschen und gucken, wo Not ist", sagt der umtriebige Geistliche und sieht sich damit in einer langen Tradition der Franziskaner; schließlich hat der Orden seit seiner Ansiedlung im Jahr 1221 die ersten Siechenhäuser für Leprakranke unterhalten. Bruder Tobias hat inzwischen ein umfangreiches Netzwerk geknüpft und kooperiert mit verschiedenen Einrichtungen sowie einer Apotheke. Schnelle und unbürokratische Hilfe für Menschen in Not ist sein wichtigstes Anliegen - egal, ob es um medizinische Hilfe oder Begleitung geht. Darüber hinaus unterstützt er z.B. eine Weihnachtsfeier in einer Würzburger Obdachlosenunterkunft oder organisiert Beisetzungen für Bedürftige. Das Team vom Repair-Café freute sich, Bruder Tobias und sein Team mit der Spende unterstützen zu können: "Das kann man mit Geld gar nicht aufwiegen, was Sie da leisten", meinten die Ehrenamtlichen.
Die Servicestelle Ehrenamt bietet Unterstützung für alle Ehrenamtlichen
Das Team des Repair-Cafés tat beim letzten Mal aber nicht nur selbst Gutes, sondern es wurde auch tatkräftig unterstützt: Sebastian Restetzki und Yvonne Bolinski-Pfeiffer von der Servicestelle Ehrenamt des Landratsamtes Würzburg waren ab Mittag vor Ort und packten mit an. Beim Reparieren konnten die beiden zwar keine große Hilfe leisten, doch wenn es etwas zu tragen oder aufzuräumen galt, waren sie engagiert zur Stelle. Restetzki ist Leiter des Fachbereichs Ehrenamt, Bolinski-Pfeiffer ist Integrationslotsin in der Servicestelle; beide möchten nach eigener Aussage "die andere Seite vom Amt" zeigen als "Dienstleister und Unterstützer für die Bürger". Eigene Einblicke in das ehrenamtliche Engagement im Landkreis Würzburg gewinnen sie regelmäßig bei der Aktion "Weg vom Schreibtisch", wo sie bei verschiedenen Projekten wie Baumpflanzaktionen, bei den Tafeln oder diesmal im Repair-Café mit anpacken. "Man sieht dann, was dahintersteckt", meint Restetzki. Zugleich will die Servicestelle so herausfinden, wo in den Vereinen und Initiativen der Schuh drückt und wo Unterstützung fehlt. Integrationslotsin Bolinski-Pfeiffer klärte das Team des Repair-Cafés über die Angebote der Servicestelle Ehrenamt auf; beispielsweise gibt es Vergünstigungen für Inhaber der Ehrenamtskarte des Landkreises und eine breite Palette an kostenfreien Weiterbildungen. Außerdem bestehen Fördermöglichkeiten. "Wir unterstützen jede Art von Ehrenamt - egal ob von Vereinen, Initiativen oder Privatpersonen", berichtete Restetzki. Er fand es beeindruckend, dass das Margetshöchheimer Repair-Café so regelmäßig und so professionell mit einem so großen Team stattfindet und dass es von der Gemeinde sowie der Kirche unterstützt wird.
Mehr über die Angebote der Servicestelle Ehrenamt finden Sie auf der Homepage des Landratsamtes unter https://www.landkreis-wuerzburg.de/Bildung-Freizeit-Kultur/Servicestelle-Ehrenamt/
Das nächste Repair-Café findet am Samstag, den 25. Januar 2025 statt.

Das Team des Repair-Cafés freute sich über die Unterstützung der Servicestelle Ehrenamt: Yvonne Bolinski-Pfeiffer und Sebastian Restetzki (Mitte) packten tatkräftig mit an. Bruder Tobias (2. von rechts) nahm die Spende von 400 Euro für seine Straßenambulanz dankbar von Ursula Grosch entgegen. (Foto: Tina Göpfert)

Beim Reparieren blieb es für Restetzki und Bolinski-Pfeiffer von der Servicestelle Ehrenamt zwar nur beim Versuch, doch beim "Drumherum" packten die beiden tatkräftig mit an. (Foto: Tina Göpfert)

Die Reparateure hatten wieder alle Hände voll zu tun und auch die Besitzer der defekten Gegenstände halfen fleißig mit. Ein großer Teil der kaputten Dinge konnte instandgesetzt werden. (Foto: Tina Göpfert)

Elektrogeräte werden sehr häufig zum Reparieren gebracht. Wer billig kauft, kauft zwei Mal: Teurere Markenartikel sind oft wieder reparierbar, bei billigen Geräten scheitern die Versuche häufig aufgrund der Bauweise. (Foto: Tina Göpfert)

