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MainART-Kulturverein: Veranstaltung über "jüdisches Leben in Laudenbach" war sehr gut besucht

Der Margetshöchheimer MainART-Kulturverein ist nicht nur hier kulturell aktiv - kürzlich veranstaltete der Verein eine Führung durch Laudenbach, um die Historie des über 500 Jahre währenden jüdischen Lebens im Ort zu erkunden. Nicht nur auf dem dortigen Judenfriedhof, der zu den größten Bayerns zählt, wurde die Geschichte lebendig.

Brigitte Laudenbacher vom MainART-Kulturverein berichtet über die Veranstaltung: "Der mainARTkulturverein e.V. Margetshöchheim lud im September zu einer Begegnung mit jüdischer Geschichte in Laudenbach, einem Stadtteil von Karlstadt. Georg Schirmer, Vorsitzender des „Förderkreises ehemalige Synagoge Laudenbach e.V.“, berichtete in einer dreistündigen Führung über jüdisches Leben in Laudenbach und führte zu ehemals jüdischen Anwesen wie den „Judenhof“, die Mazzenbäckerei, das jüdische Tauchbad sowie den großen jüdischen Friedhof am Berg über dem Dorf.

In der ehemaligen jüdischen Synagoge an der Bandwörthstraße vermittelte Herr Schirmer den 20 TeilnehmerInnen allgemeine Einblicke in die jüdische Kultur und Riten, sowie auch in das teilweise karge Alltagsleben von Juden auf dem Land, speziell in Laudenbach. Wenig erinnert in und am Gebäude noch an eine jüdische Kulturstätte, hervorgerufen durch menschliche Zerstörungswut in der Zeit des Nationalsozialismus sowie später wechselnde Nutzungen. Durch jahrelange Bemühungen des Förderkreises ist es gelungen, Fördermittel- und Geldgeber zu finden, die eine Finanzierung zur teilweisen Restaurierung und Konservierung des Gebäudes nun ermöglichen. Beim Gang durch die Straßen und Gassen des Ortes beschrieb Herr Schirmer Tätigkeiten und persönliche Schicksale ehemaliger Bewohner. Die Vielzahl ehemals jüdischer Anwesen zeigt eine Karte mit Hinweisen auf 22 jüdische Einwohner von Laudenbach mit ihrem letzten bekannten Wohnsitz im Ort, wo Stolpersteine verlegt wurden. Besonders die letzte Station des Spaziergangs durch den Ort – der Besuch des jüdischen Friedhofs – führte den TeilnehmerInnen die Grausamkeiten der Vergangenheit vor Augen, wie sie selbst einem Dorf wie Laudenbach geschehen sind. Betroffen von dem Gehörten und berührt von der Wirkung der vielen naturbelassen eingebetteten Grabmale, waren sich alle einig, dass heutige Generationen in ihren Bemühungen um das Wachhalten einer Erinnerungskultur und Mahnen nicht nachlassen dürfen.

Weitere Informationen und Termine des "Förderkreis ehemalige Synagoge Laudenbach" finden Sie unter https://www.synagoge-laudenbach.de/

Weitere Informationen über den MainART-Kulturverein finden Sie unter http://mainartkulturverein.de/