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Wasserschutzgebiet Sandflur: Müll und Kippen sind problematisch für unser Trinkwasser

Normalerweise würde im Landkreis nächsten Monat wieder die jährliche Müllsammel-Aktion "putz.munter" von team orange stattfinden, bei der engagierte Bürger die Natur von achtlos weggeworfenem Müll befreien. Corona-bedingt muss die Aktion diesen März jedoch ausfallen; eventuell soll sie im Herbst nachgeholt werden. Dass eine Sammelaktion auch unsere Umwelt in Margetshöchheim nötig hätte, zeigte sich jüngst in der Sandflur: als Gemeinderätin Stephanie Röll (MM) kürzlich dort in den Streuobstwiesen mit ihrem Sohn spazierenging, fielen ihr zahlreiche Zigarettenkippen und Müllteile auf. Kurzerhand sammelte sie auf rund 300 Metern Weg alles in eine Mülltüte. Schon nach wenigen Minuten war die Tüte gut gefüllt mit rund 40 Zigarettenkippen, Bonbonpapierchen und anderem Unrat. Problematisch dabei: in der Sandflur wird ein Teil des Margetshöchheimer Trinkwassers gewonnen. Das Gebiet zwischen Staatsstraße und Radweg gehört zur Wasserschutzzone II.

"Alles, was sich da zersetzt, geht früher oder später in unser Grundwasser", erklärt der Trinkwasserbeauftragte der Gemeinde, Peter Etthöfer. Er wurde im vergangenen Jahr wegen seiner langjährigen Expertise in Sachen Trinkwasser vom Gemeinderat ernannt.

Vor Allem Zigarettenfilter seien wohl besonders problematisch, sagt Etthöfer. In den Filtern reichern sich verschiedene Giftstoffe an, die dann durch Auswaschung oder Zersetzung in den Boden übergehen können. Auch für Wasserorganismen sind Zigaretten toxisch, weshalb man Kippenstummel keinesfalls in Gewässer werfen sollte. Im Sandflurgebiet verläuft das Grundwasser stellenweise in nur einem Meter Tiefe.

Schon nach wenigen Minuten war die Tüte voller Müll, der achtlos in die Landschaft geworfen wurde. Dabei kann der Müll auch unser Trinkwasser gefährden. (Foto: Stephanie Röll)

Dabei wäre diese potentielle Gefährdung des Trinkwassers ganz einfach zu verhindern: etwa indem jeder seine Abfälle grundsätzlich im nächsten Müllbehälter oder Zuhause entsorgt und jeder Raucher seine Zigarettenkippen in einem Taschenaschenbecher aufbewahrt. Auch Hundebesitzer sollten die in Plastiktüten eingewickelten Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner keinesfalls in die Landschaft werfen, Plastik gibt bei der Zersetzung ebenfalls Giftstoffe ab.

Manche Bereiche in der Sandflur sind so verunreinigt, dass die Streuobst-Genossenschaft dort kein Heu machen kann

Der Müll ist nicht nur für unser Trinkwasser ein Problem, sondern auch für die Main-Streuobst-Bienen eG, die die Margetshöchheimer Streuobstwiesen nach alter Tradition bewirtschaftet. "Es gibt einige Bereiche, wo wir überhaupt nicht mehr mähen können, weil alles verunreinigt ist", sagt Krischan Cords, Geschäftsführer der Streuobst-Genossenschaft. Vor Allem entlang der Wege sei das Müllaufkommen enorm. Weil das Heu von den Streuobstwiesen regional als Tierfutter z.B. für Pferde verwendet wird, sind Verunreinigungen durch Zigarettenkippen, Müll oder Hundekotbeutel höchst problematisch.

Deshalb an dieser Stelle ein Appell: Nehmen Sie Ihre Kippen und Ihren Müll bitte mit zum nächsten Mülleimer. Zum Wohle unseres Wassers und unserer Natur, die auch künftig unserer Gesundheit zu Gute kommen sollen.

Die Streuobstflächen in der Sandflur sind sehr beliebt. Teilweise liegt soviel Müll herum, dass das Heu nicht verwendbar ist. (Foto: Tina Göpfert)