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Wasserversorgung könnte teurer werden: neue Maßnahmen bei saniertem Hochbehälter nötig

Vor nicht allzu langer Zeit war der Hochbehälter Hochzone wegen Mängeln umfangreich für knapp 800.000 Euro saniert worden: dabei wurden rund 1.800 m³ kontaminiertes Erdreich abgetragen, neue Abdichtungen und Beschichtungen in den Wasserkammern aufgebracht, neue Rohrleitungen installiert, Messtechnik und Elektrik erneuert etc. Nötig war die aufwändige Sanierung unter Anderem, weil der Hochbehälter immer wieder verkeimte, was vor Allem an schadhaften Beschichtungen in den Kammern lag. Wochenlang musste deshalb das Trinkwasser gechlort werden. Jetzt stehen erneut dringende Arbeiten an der Wasserversorgung an, die Wasserpreise dürften steigen.

Margetshöchheim ist eine der wenigen Gemeinden in Bayern, die sich noch eine eigene Trinkwasserversorgung bewahrt haben. Das Trinkwasser wird im Ort in zwei Hochbehältern mit jeweils zwei Kammern gesammelt: dem Hochbehälter Hochzone (HZ) und dem Hochbehälter Niederzone (NZ). Nun ermittelte das zuständige Ingenieurbüro Jung, dass der Hochbehälter HZ trotz seines geringeren Alters und der umfassenden Sanierung Probleme macht - die Förderleistung der Pumpen und damit die Wasseraustauschrate ist zu gering. Im August 2017 stand das Wasser laut Messungen rund 10 Tage lang im Behälter; das sei angesichts der empfohlenen 3 Tage nicht optimal, führte ein Mitarbeiter des Ingenieurbüros in der letzten Gemeinderatssitzung aus. Einerseits muss eine gewisse Reserve, z.B. für Löschwasser, im Behälter gehalten werden, andererseits muss das Wasser regelmäßig ausgetauscht werden, damit sich keine Mikroorganismen ansiedeln können. Die bisher aufgetretene Verkeimung kam allerdings vom schadhaften Wandbelag und der undichten Bodenplatte. "Seit der Sanierung haben wir keine Chlorung mehr gehabt", berichtete Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU) in der Sitzung.

Eine Stange Geld für neue Pumpen und Leitungen

Der Hauptgrund für die schlechte Wasseraustauschrate liegt in den veralteten Pumpen. Mit Baujahr 1995 sind die Pumpen Oldies, die nach Messungen des Ingenieurbüros nur noch knapp 50% ihrer vorgesehenen Leistung bringen. Während im August 2017 der Wasserbedarf im Ortsnetz bei 5.280 m³ lag, betrug die Abgabe aus dem Hochbehälter HZ nur 1.950 m³; das Speichervolumen liegt bei 600 m³. Alle Gemeinderäte waren sich einig, dass die Pumpen zügig ausgetauscht werden sollen. Die Kosten liegen bei rund 20.000 Euro. Allerdings sind wahrscheinlich noch weitere Maßnahmen nötig: mittels neuer Rohrleitungen sollte der Hochbehälter HZ in einen "Durchlaufbehälter" umgebaut werden; die bisherige Verrohrung ist allerdings ganz anders aufgebaut, es würden umfangreiche Arbeiten anfallen. Zudem sollte eine alte Hauptleitung aus Grauguss ausgetauscht werden - das Material wird schon lange nicht mehr verbaut und niemand weiß, wie lange die Leitung hält. Da das Grauguss-Rohr die Hauptversorgungsleitung für das Ortsnetz ist, wäre ein Ausfall besonders problematisch. Insgesamt würden alle Maßnahmen zusammen laut Ingenieurbüro "pessimistisch gerechnet" rund 425.000 Euro Kosten - eine Rechnung, die "alle zurecht schockiert hat", wie Bürgermeister Brohm anmerkte. Weil die Finanzierung über die Wassergebühren als kostendeckende Einrichtung laufen würde, käme eine Verteuerung der Wasserpreise von jetzt 2,02 Euro/m³ auf über 2,20 Euro/m³ auf die BürgerInnen zu. Der Gemeinderat will deshalb in drei Schritten vorgehen: unstrittig ist, dass zuerst die veralteten Pumpen ausgetauscht werden; zudem soll das Ingenieurbüro detaillierte Zahlen zur Erneuerung der Graugussleitung und in einem dritten Schritt die Kosten für die Restleitungen für den Umbau vom Hochbehälter Hochzone zum Hochbehälter Niederzone aufschlüsseln. Dann soll je nach Dringlichkeit entschieden werden. Im Januar steht das Thema wieder auf der Tagesordnung.

Der Hochbehälter Hochzone ist vor Kurzem umfassend saniert worden. (Quelle: Gemeinde Margetshöchheim)
In der jetzigen Anlage ist zwischen dem oberen und unteren Hochbehälter kein Austausch möglich; das hat Nachteile. (Grafik: Ingenieurbüro Jung)
Eine neue Rohrleitung würde den Wasseraustausch zwischen den beiden Hochbehältern gewährleisten. (Grafik: Ingenieurbüro Jung)