Harter Sparkurs ist angesagt: Gemeinderat ändert Planungen beim KiTa-Neubau

Die Finanzlage Margetshöchheims gerät zunehmend unter Druck, bei der Gemeinde ist inzwischen ein harter Sparkurs angesagt. Der Gemeinderat hat deshalb in der jüngsten Sitzung Änderungen beim Neubau des KiTa-Gebäudes beschlossen. So sollen 200.000 Euro gespart werden.

Angesichts der schlechten wirtschaftlichen Gesamtentwicklung in Deutschland und der großen Investitionen in Margetshöchheim geraten die Finanzen der Gemeinde zunehmend unter Druck. Der Hauhalt für 2024 steht und wird ohne harte Einschnitte auskommen, für die kommenden Jahre ab 2025 sieht es mit den Gemeindefinanzen aber recht eng aus (Bericht folgt). Ein harter Sparkurs ist nötig, nicht zwingend nötige Wunschprojekte müssen hinten angestellt werden. "Es geht nicht mehr alles, was wünschenswert ist", konstatierte Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU) in der Sitzung. Die ersten Kosteneinsparungen betreffen nun den Neubau an der Kindertagesstätte. Durch eine Änderung der Dachform soll laut dem Planungsbüro viel Geld eingespart werden können. Der Gemeinderat beschloss die Änderung mehrheitlich in der jüngsten Sitzung.

Welche Form das Dach des neu zu bauenden KiTa-Gebäudes haben soll - ob Satteldach oder Flachdach - wurde bereits in vergangenen Sitzungen heiß diskutiert. Wegen der Ästhetik und der besseren Einfügung in die umliegende Bebauung hat sich eine Mehrheit des Gemeinderates bisher für ein Satteldach ausgesprochen. In der jüngsten Sitzung wurde das Thema jedoch erneut auf die Tagesordnung geholt, weil die Gemeinde angesichts der zunehmend prekären Finanzlage Kosten sparen will, wo immer es geht. Ein Flachdach soll laut dem Planungsbüro rund 200.000 Euro weniger kosten als die Errichtung eines Satteldaches, erläuterte Architekt Stefan Hirsch in der Sitzung bei der Präsentation der beiden Dachvarianten.

Als "großer Freund von Flachdächern" zeigte Hirsch nochmals die Vorteile eines Flachdaches auf, die das Büro für ein Musterprojekt der Bundeswehr in einem über 100-seitigen Expertengutachten eruieren konnte: "Man bekommt nachweislich mehr Photovoltaik unter, es bietet mit extensiver Begrünung mehr Puffer und Retentionsfläche bei Starkregen, es ist 100 % nachhaltiger". Zudem seien moderne Flachdächer im Gegensatz zur alten Bauweise hundertprozentig dicht. Hirsch verwies außerdem darauf, dass sich die Nachbarschaft am Kindergarten St. Johannes einhellig ein Flachdach wünsche, um die Verbauung der Sicht und eine Verschattung ihrer Grundstücke zu mindern. Hirsch ergänzte, dass die Stimmung in der Nachbarschaft angespannt sei, beispielsweise weil in der Vergangenheit Baumaterial über die Dächer gehoben wurde. Bürgermeister Brohm wies den Vorwurf allerdings entschieden zurück, dass die Gemeinde die Anwohner außer Acht gelassen habe: "Dass Baumaterial über die Dächer gehoben wird, ist heutzutage ein handelsübliches Vorgehen." Er betonte, dass man die Belange der Nachbarn ernst nehme, es jedoch stets abzuwägen gelte, was für die Gemeinde sinnvoll ist.

Welche Dachform für den KiTa-Neubau sinnvoll ist, wurde erneut kontrovers beraten. Etliche Gemeinderäte und Gemeinderätinnen waren von den erwähnten Vorteilen nicht überzeugt und hätten ob der verhältnismäßig geringen Kosteneinsparungen - etwa 2,6 % der Gesamtsumme, die sich laut Architekt Stefan Hirsch auf rund 7,5 Millionen Euro beläuft - dennoch ein Satteldach bevorzugt. Gemeinderätin Daniela Kircher von der SPD / UB ist selbst Architektin und zweifelte angesichts der höheren Wartungskosten daran, dass ein Flachdach auf die Jahre gerechnet günstiger käme. Auch an der dauerhaften Dichtigkeit moderner Flachdächer hatten einige ihre Zweifel. Am Ende überwog aber das Vertrauen in die Aussagen von Architekt Hirsch und vor Allem der finanzielle Aspekt: der Gemeinderat stimmte mit 11:4 Stimmen mehrheitlich für die Änderung der Planungen mit einem Flachdach. Gemeinderat Andreas Raps von der Margetshöchheimer Mitte formulierte, was viele im Gremium dachten: "Ich war ein Verfechter des Satteldachs, aber jetzt geht es darum, Kosten einzusparen. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass wir 2025 und 2026 ständig einsparen müssen".

Mit der veränderten Bauplanung will das Planungsbüro nun in die Genehmigungsplanung und die Fachplanung einsteigen. Die Baumaßnahmen sollen 2025 starten. Detaillierte Informationen über den geplanten KiTa-Neubau finden Sie - allerdings noch mit den Planungen für ein Satteldach - in einem älteren Blog-Artikel unter https://www.margetshoechheim-blog.de/politik-gemeinde/baumasnahmen-dorfentwicklung/745-kita-erweiterung-wichtige-beschl%C3%BCsse-sind-gefasst,-der-neubau-soll-2025-starten?highlight=WyJraXRhIl0=

 

Die neuen Planungen des KiTa-Gebäudes mit Flachdach. (Grafik: Hirsch Architekten / Foto: Tina Göpfert)

 

Die beiden Dachvarianten wurden erneut kontrovers diskutiert. Am Ende entschied sich das Gremium mehrheitlich für ein Flachdach, um Kosten zu sparen. (Grafik: Hirsch Architekten / Foto: Tina Göpfert)