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Weniger Impfungen als geplant: Wie es im Impfzentrum Margarethenhalle aktuell läuft

Seit dem 24. November ist die Margarethenhalle als einziges Impfzentrum im westlichen Landkreis am Start. An mehreren Stationen können sich alle BürgerInnen werktags von 10:00 bis 17:00 Uhr ihre Spritze abholen. Derzeit werden am Tag über 250 Dosen verimpft -  das erhoffte Pensum von 1.000 Injektionen liegt in weiter Ferne. Der Enthusiasmus über den gelungenen Start ist verflogen, Bürgermeister Brohm findet die aktuelle Impfstoffknappheit nach den großen Anstrengungen der Gemeinde "ärgerlich".

Dabei sah beim Start des Impfzentrums am 24. November alles rosig aus: Wie geplant waren mehrere Impflinien in Betrieb, 300 Dosen konnten täglich wie geplant verimpft werden. Bereits am ersten Tag holten sich 236 Menschen ihren Pieks in der Margarethenhalle. "Wir haben genug Impfstoff da", hatte Bürgermeister Waldemar Brohm an jenem Mittwoch über die ambitionierten Ziele von bis zu 1.000 Impfungen am Tag berichtet. Auch bei der großen Pressekonferenz in der Margarethenhalle am Donnerstag, den 25. November bekräftigte Landrat Thomas Eberth, dass nicht der Impfstoff das einschränkende Moment sei, sondern das medizinische Personal. Doch schon zwei Tage später wurden alle eines besseren belehrt: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte in den Medien die Rationierung der Impfstoffe an, die erhofften Dosen kommen vorerst nicht. Die Information kam auch für das Landratsamt überraschend.

Schlange stehen zum Start des neuen Impfzentrums: am 25. November holten sich in der Margarethenhalle 256 BürgerInnen ihren Corona-Pieks. (Foto: Tina Göpfert)

Aktuell werden täglich rund 250 Impfdosen in der Margarethenhalle verabreicht. Da das Termin-Buchungssystem immer Freitag Vormittags für die folgende Woche freigeschaltet wird, konnten die Terminierungen unkompliziert an die veränderten Liefermengen angepasst werden, berichtet das Gesundheitsamt auf Nachfrage; die Betriebszeiten konnten eingehalten werden. Informationen und die Online-Terminvergabe für die bayerischen Impfzentren finden Sie hier: https://impfzentren.bayern/. Wann die Impfstoffmengen wieder erhöht werden können, weiß außer dem Bundesgesundheitsminister derzeit wohl niemand.

Die Freude über den gelungenen Start des Impfzentrums Margarethenhalle war groß bei der Pressekonferenz am 25.11. (von links): Lukas Kesselhut, Landratsamt; Nina Opfermann, Leiterin Führungsgruppe Katastrophenschutz; Dr. Christoph Zander, Impfarzt; Landrat Thomas Eberth; Bürgermeister Waldemar Brohm; Thomas Kühner, Stadt Würzburg; Michael Reitzenstein, Kreisbrandrat der Feuerwehr; Thomas Dorsch, Technisches Hilfswerk. (Foto: Tina Göpfert)

Dabei wäre "Klotzen statt Kleckern" angesagt: allein im Landkreis warten von den rund 210.000 Impffähigen aktuell noch über zwei Drittel auf ihre Booster-Impfung, berichtete Landrat Eberth bei der Pressekonferenz. "Wir haben es schon geschafft, rund 28.000 Menschen zu boostern, eine ganz erstaunliche Leistung - aber es fehlen eben noch knapp 180.000". Die meisten Auffrischungsimpfungen wurden in Praxen verabreicht, bis zum 25. November waren es über 17.000. In den Impfzentren waren es rund 8.000. Allerdings spielen die Impfzentren gerade für die wichtigen Erstimpfungen eine enorme Rolle: etwa 100.000 Menschen holten sich dort den ersten Pieks, verglichen mit knapp 90.000 in den Arztpraxen. Insgesamt lag die Zahl der Corona-Impfungen der Impfzentren, Kliniken und Praxen am 25.11. bei 445.000 Injektionen in Stadt und Landkreis Würzburg - davon waren 206.391 Erstimpfungen, 211.347 Zweitimpfungen und 27.871 Booster-Impfungen.