Der ehemalige Steinbruch im Nordwesten Margetshöchheims ist ein wertvoller und seltener Lebensraum für viele Arten. Bisher ist das Gebiet als Biotop kartiert; der Bund Naturschutz feiert heuer 40-jähriges Jubiläum und möchte den Steinbruch nun zu einem Landschaftsschutzgebiet erklären lassen. Die Anträge wurden bereits gestellt.

Es sind dramatische Prognosen, die der renommierte Klimaforscher Prof. Dr. Heiko Paeth bei seinem Vortrag in der Margarethenhalle für Unterfranken zeichnete. Drei Mal so viele Hitzewellen und extreme Trockenheit drohen der Region, die jetzt schon ein "Hotspot des Klimawandels" ist und sich bereits signifikant erwärmt hat. Die gute Nachricht: jeder Einzelne kann dazu beitragen, den Klimawandel noch zu bremsen. Denn "jedes Zehntelgrad zählt".

Streuobstwiesen sind nicht nur artenreiche Refugien und natürliche Erholungsorte, sondern mit zahllosen alten Obstsorten auch der Ausgangspunkt für kulinarischen Genuss. Die Margetshöchheimer Streuobst-Genossenschaft arbeitet besonders innovativ und wurde dafür jetzt von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber mit einem begehrten Staatspreis ausgezeichnet.

Mit den Worten "Es ist ein unvorstellbarer Schatz, dass wir Menschen haben wie Sie" verlieh Umweltminister Glauber in der Regierung von Unterfranken vor wenigen Tagen persönlich die Auszeichnung "Grüner Engel" an 18 verdiente NaturschützerInnen aus Bayern. Der Margetshöchheimer Winzermeister Michael Göpfert war einer von ihnen.

Nach dem außergewöhnlich heißen, trockenen Sommer fällt die Erntebilanz der Margetshöchheimer LandwirtInnen ziemlich durchwachsen aus. Während sich Winzerin Ilonka Scheuring zumindest über qualitativ hochwertige Träubel freuen kann, fällt die Ernte beim Streuobst und einigen Feldfrüchten teils dramatisch schlecht aus.

In Margetshöchheim bewirtschaftet die Streuobst-Genossenschaft rund 20 Hektar Streuobstwiesen und erzeugt daraus hochwertige Bio-Produkte. Weil viele Bestände überaltert sind, muss jedoch dringend nachgepflanzt werden. Für ihre jungen Bäume, oft Raritäten, sucht die Genossenschaft jetzt neue Flächen zum Pachten oder alte Streuobstbestände zum "Aufpäppeln".

Beim diesjährigen Waldgang mit Revierförster Wolfgang Fricker war das Interesse der BürgerInnen wieder groß. Über 30 Personen waren bei dem Rundgang dabei, um sich über die knapp 70 Hektar großen Margetshöchheimer Waldgebiete zu informieren. Gerade der Klimawandel mit Hitzewellen und anhaltenden Trockenzeiten macht dem Wald zu schaffen - je nach Baumart mehr oder weniger stark.

Für Margetshöchheim mit seinen ausgedehnten Streuobstwiesen kam aus der Staatsregierung am 18. Oktober eine gute Nachricht: Bayern hat den sogenannten Streuobstpakt beschlossen. Der 600 Millionen Euro schwere Pakt ist ein besonderes Ereignis in der bayerischen Landespolitik, denn er ist das Ergebnis einer einmaligen erfolgreichen Kooperation von Ministerien, verschiedenen Verbänden aus Umweltschutz, Landwirtschaft und Wirtschaft.

Wie Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitteilte, lagen die Nitratwerte im Margetshöchheimer Trinkwasser bei den letzten Messungen unter der kritischen Marke von 50 mg/L.

Margetshöchheim ist eines der wenigen fränkischen Dörfer, das noch ausgedehnte Streuobstwiesen besitzt - eine Besonderheit, denn diese schonende und historisch gewachsene Form der Obsterzeugung ist bedroht. In Mitteleuropa gehören Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen, dabei sind sie außergewöhnlich artenreich: die strukturreichen Pflanzungen sind Lebensraum für Tausende oft seltene Tier- und Pflanzenarten.

Die Qualität des Margetshöchheimer Trinkwassers wäre erstklassig - gäbe es da nicht das anhaltende Nitratproblem. Weil Nitrate gesundheitliche Risiken bergen, hat der Gesetzgeber in Deutschland eine Höchstgrenze von 50 mg/L festgelegt; an dieser Grenze kratzen die Messwerte momentan mit 49,9 mg/L, mehrmals wurde die kritische Marke bereits überschritten. Wie aber ist das Nitratproblem zu lösen?

Margetshöchheim ist eine der wenigen Gemeinden im Landkreis, die sich noch eine eigene Trinkwasserversorgung leisten. Allerdings hat das Margetshöchheimer Wasser ein Nitratproblem. Unter Anderem durch den geologischen Aufbau des Muschelkalks reichert sich der Stoff hier leicht im Grundwasser an.

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