Bundesweiter Warntag: Warum in Margetshöchheim nur eine von drei Sirenen heulte

Am vergangenen Donnerstag lief wieder ein bundesweiter Warntag, um die Funktionsfähigkeit der Warnsysteme zu überprüfen. In Margetshöchheim heulte allerdings nur eine von drei neuen Sirenen. Warum das so war und warum es im Ernstfall trotzdem keine Probleme gegeben hätte, erläutert der Feuerwehrkommandant.

Der Bundesweite Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen. Er findet jährlich am zweiten Donnerstag im September statt, diesmal am 14. September. Dabei werden die Warnsysteme für die Bevölkerung überprüft, um im Ernstfall gerüstet zu sein. Ab 11:00 Uhr wird eine Probewarnung in Form eines Warntextes an alle Warnmultiplikatoren (z. B. Rundfunksender und App-Server) geschickt, die am Modularen Warnsystem des Bundes angeschlossen sind. Auf Bundesebene ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zuständig, auf Landesebene das jeweilige Innenministerium und auf kommunaler Ebene die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden. Die Warnmultiplikatoren versenden die Probewarnung zeitversetzt an Warnmittel wie Fernseher, Radios und Smartphones. Dort können die BürgerInnen die Warnung dann lesen und / oder hören. Parallel können Kommunen auf freiwilliger Basis ihre verfügbaren Warnmittel auslösen, etwa Lautsprecherwagen oder Sirenen.

Die Gemeinde Margetshöchheim beteiligt sich am bundesweiten Warntag, allerdings hat bei der diesjährigen Warnübung nur eine von den drei neuen Sirenen im Ortsgebiet geheult. Das sei aber zu erwarten gewesen und kein Grund zur Beunruhigung, erläutert der 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Matthias Kreiner, auf Nachfrage. Im Mai diesen Jahres wurden die alten Anlagen gegen drei hochmoderne neue Sirenen ausgetauscht, die Probealarme verliefen reibungslos. Die alten Sirenen konnten über das Funksystem der Freiwilligen Feuerwehr nur bei Feueralarm aktiviert werden, deshalb wurden sie für einen besseren Bevölkerungsschutz gegen drei hochmoderne elektronische Sirenen mit ausrichtbaren Schallkörpern ersetzt, die bei allen Arten von Gefahrenmeldungen (nicht nur Feuer) und auch direkt vom Katastrophenschutz ansteuerbar sind. Zudem verfügen die Sirenen auf dem technisch neuesten Stand über eine Sprachausgabe und ermöglichen so Durchsagen an die Bevölkerung. Allerdings werden die neuen Sirenen derzeit noch über Funk angesteuert, und das ist auch der Grund, warum nur eine von drei Sirenen am Warntag heulte - jene an der Margarethenhalle. Sie ist derzeit die einzige, die das Funksignal der Leitstelle direkt empfangen kann. Ab 2024 soll die Alarmierung im Landkreis aber planmäßig auf digitalen Funk umgestellt werden, dann können auch die anderen beiden Sirenen in Margetshöchheim direkt ausgelöst werden, so der Kommandant. Für die Bevölkerung ist im Ernstfall aber auch so gesorgt: "Wir können die beiden Sirenen am Wasserhaus und an der Steigstraße im Bedarfsfall jederzeit händisch auslösen, sodass die BürgerInnen im gesamten Ortsgebiet über Sirenen gewarnt werden können", erklärt Kommandant Kreiner.

Für einen optimalen Erfassungsbereich wurden im Mai auch die Sirenen-Standorte optimiert, jetzt steht je eine Sirene an der Margarethenhalle, an der Steigstraße und am alten Wasserhaus in der Würzburger Straße. Im Vergleich zu den alten Sirenen hat sich der Erfassungsbereich damit mehr als verdoppelt, nun ist das gesamte Ortsgebiet samt Scheckert-Lausrain abgedeckt.

Vorbereitungen für Ernstfälle machen in Margetshöchheim durchaus Sinn. Zum Einen, weil das Dorf einer realen Hochwassergefahr ausgesetzt ist und durch die Tallage auch Starkregenereignisse zum Ernstfall werden könnten. Zum Anderen, weil Margetshöchheim laut Störfallverordnung im Einzugsgebiet zweier Würzburger Betriebe liegt, bei denen im Störfall Evakuierungen bis in die Bachwiese nötig werden könnten.

 

Mit den modernen Sirenen wird der Bevölkerungsschutz im Ernstfall deutlich verbessert. Das vormalige Sirenen-Einzugsgebiet (rot), der Soll-Bereich (gelb) und der neue Erfassungsbereich mit den modernen Sirenen (grün). (Grafik: Gemeinde Margetshöchheim)