Repair-Cafe spendet für den guten Zweck: Volontärin bringt Spende persönlich nach Afrika

Seit Anfang 2022 findet in Margetshöchheim regelmäßig fünf Mal jährlich ein Repair-Café statt, in dem defekte Gegenstände von Ehrenamtlichen repariert werden. Mit den gesammelten Spenden werden gemeinnützige Projekte unterstützt. Diesmal gingen die Spenden an ein Frauenprojekt in Afrika - eine Volontärin des Repair-Cafés brachte das Geld persönlich dort hin.

In diesem Sommer fand bereits das 8. Repair-Café in Margetshöchheim statt. Seit MM-Gemeinderätin Ursula Grosch im Januar 2022 das erste Repair-Café initiierte, findet die Veranstaltung fünf Mal im Jahr statt und wird stets rege besucht. Das Repair-Café ist kostenlos (alle Reparaturen werden von Ehrenamtlichen übernommen), Spenden sind aber willkommen; etwa die Hälfte der Spendengelder behält das Team für notwendige Anschaffungen wie zuletzt einen Pavillon, die andere Hälfte wird für den guten Zweck gespendet. Die erste Spende ging an ein Hilfsprojekt für die Ukraine, die zweite wurde für die Sanierung der Zeller Versöhnungskirche verwendet. Im Sommer übergab Ursula Grosch mit ihrem Team nun erneut eine Spende: 400 Euro für ein Frauenprojekt in Westafrika. Das Besondere: eine junge Helferin des Repair-Cafés, Valerie Buß aus Zell, brachte die Spende kürzlich persönlich in das Frauenhaus nach Benin, denn sie wird dort ein Jahr lang als Volontärin in der Einrichtung arbeiten. Grosch ist begeistert vom Engagement der jungen Frau, und fügt hinzu: "Wir möchten gerne Projekte unterstützen, zu denen es einen Bezug gibt, wo man nah dran ist und sehen kann, dass das Geld auch ankommt". Ende Juli hat das Team vom Repair-Café die Geldspende bei einer kleinen Grillfeier am Erlabrunner Badesee an Valerie Buß übergeben.

Inzwischen hat Buß ihr einjähriges Volontariat im westafrikanischen Benin angetreten und das Geld zu dem Frauenprojekt gebracht. Das Frauenhaus befindet sich in Benins größter Stadt Cotonou und wird von den Salesianerinnen Don Boscos, einer katholischen Organisation, getragen. Mädchen und junge Frauen, die Opfer sexueller Gewalt wurden, bekommen dort ein sicheres Dach über dem Kopf und Hilfen bei der Kindererziehung und -betreuung. Die Schwestern und Volontärinnen ermöglichen ihnen in der Einrichtung eine Schulbildung und eine Berufsausbildung. Neben der Alphabetisierung werden die jungen Frauen in handwerklichen Berufen wie z.B. Bäckerin, Köchin, Konditorin oder Seifensiederin ausgebildet. Das ermöglicht ihnen in ihrem Land, wirtschaftlich Fuß zu fassen. Die Einrichtung ist in Wohnbereiche, Werkstätten, Schule und Kinderbetreuung gegliedert. Die Volontärinnen wie Valerie Buß sind im Haus der AnwärterInnen neben dem Kloster untergebracht.

Kontakt zu dem fernen Land bekam Buß über eine Würzburger Don-Bosco-Einrichtung. Die junge Frau aus Zell machte im Frühjahr Abitur und suchte nach einer Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr, bei dem sie sich "sozial engagieren und ein bißchen was von der Welt sehen" kann, erzählt sie. Über die Vermittlungsagentur "weltwärts" kam sie mit Don Bosco in Würzburg und dem Frauenhaus der Salesianerinnen Don Boscos im westafrikanischen Benin in Kontakt. Im September hat sie nun ihr einjähriges Volontariat in dem besagten Frauenhaus angetreten. Da sie Französisch im Abitur hatte, ist die französische Amtssprache des Landes kein Problem. Drei Vorbereitungsseminare für das Volontariat hat Buß erfolgreich durchlaufen. "Meine Aufgaben in dem Frauenhaus werden bunt gemischt sein. Man ist oftmals Ansprechpartnerin für alles, hilft den Müttern, organisiert die Freizeitgestaltung oder die Programme für die Kinder", berichtete sie bei der Spendenübergabe. Inzwischen ist Valerie Buß vor Ort und gibt über einen Blog persönliche Einblicke in ihr Leben in Benin und den Arbeitsalltag in dem Frauenhaus der Salesianerinnen (sie finden den Blog von Valerie Buß unter https://blogs.donboscovolunteers.de/diefarbenbenins/2023/09/27/ueber-stock-und-ueber-stein/). Über Valerie Buß kann außerdem direkt an das Frauenhaus in Benin gespendet werden.

Das nächste Repair-Café findet am Samstag, den 25. November von 10:00-15:00 Uhr im evangeischen Gemeindehaus Margetshöchheim statt.

Valerie Buß (Mitte links, daneben ihre Mutter und Organisatorin Ursula Grosch) brachte die Spende des Repair-Cafe-Teams inzwischen persönlich in das Frauenhaus in Benin, in dem sie nun ein Jahr lang arbeitet. (Foto: Tina Göpfert)