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Erste Maßnahmen: Generalsanierung und Erweiterung der Schule startet

Nicht nur finanziell muss die Gemeinde Margetshöchheim bei der Schule dicke Bretter bohren. Nach mehreren Umbaumaßnahmen im Lauf der Jahrzehnte steht bei dem 1973 errichteten Gebäude jetzt die Generalsanierung und für den gestiegenen Betreuungsbedarf die nötige Erweiterung an. Die Rodungsarbeiten wurden bereits erledigt, in Kürze beginnt der Umbau mit dem Abbruch des Verwaltungstrakts.

Für die SchülerInnen und LehrerInnen, durch den Alltag mit Corona sowieso schon gebeutelt, stehen vier anstrengende Jahre ins Haus. Denn in wenigen Wochen fällt der Startschuss für den ersten von fünf Bauabschnitten. Die Notgruppe des Kindergartens, die bisher in der Schule untergebracht war, ist Ende Dezember in zwei neue Container auf dem Kindergartengelände umgezogen. Aktuell zieht die Schulverwaltung in die Räume der ehemaligen Notgruppe im Trakt der Mittagsbetreuung provisorisch um, damit im März die Baumaßnahmen beginnen können. Denn im ersten Bauabschnitt wird in einer Bauzeit von 15 Monaten der Verwaltungstrakt abgerissen und mit einem zusätzlichen Stockwerk neu aufgebaut. "Die gesamte Eingangssituation an der Schule wird sich verändern", erklärt Bürgermeister Waldemar Brohm. Der Verwaltungstrakt wird quasi einen Stock tiefer gesetzt, sodass man am Ende von der Straße aus ebenerdig zur Schule gelangt. Damit werden auch die neuen Anforderungen an Barrierefreiheit erfüllt.

Der Plan für die Generalsanierung und Erweiterung der Schule in der Draufsicht. Die Maßnahmen sind in 5 Bauabschnitte eingeteilt; BA I (grün) = Verwaltungstrakt; BA II (pink) = Grundschule; BA III (türkis) = Mittelschule; BA IV (gelb) = Mittelschule;  letzter BA V (lila) ist die Turnhalle, die im August 2026 fertig werden soll. (Grafik: Gemeinde Margetshöchheim)

Die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung braucht dringend mehr Platz

Im neuen Verwaltungstrakt rund um den neuen Eingang werden dann die Schulverwaltung sowie die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung untergebracht. Der "Mitti" wurden die Räumlichkeiten im Lauf der Zeit zu eng - hauptsächlich, weil die Zahl der betreuten Kinder über die Jahre stetig anstieg. Aktuell besuchen 80 Kinder die "Mitti", 20 weitere Kinder die Offene Ganztagsschule (OGS). Bisher ist die Ganztagsbetreuung eine freiwillige Leistung der Schule, für die sie entsprechend Elternbeiträge erhebt. Ab 2026 ändert sich jedoch die Gesetzeslage: dann muss jede Schule verpflichtend Ganztagsbetreuung anbieten. Dementsprechend müssen die Räumlichkeiten für die OGS für dann insgesamt 170 Plätze angepasst werden. Einen Elternbeitrag wird es ab 2026 nicht mehr geben. Zudem wird nach dem Ende der Baumaßnahmen (voraussichtlich August 2026) der Schulstandort Erlabrunn geschlossen, weil er nicht zukunftsfähig ist. Auch dadurch steigt der Platzbedarf in der Margetshöchheimer Schule.

Gesamtkosten von rund 25 Mio. Euro - Schulverband bekommt hohe Fördersumme

Aktuell hat die Grund- und Mittelschule insgesamt 283 SchülerInnen. Seit die Schule sich 2013 mit der Mittelschule Veitshöchheim in einem Mittelschulverbund zusammengeschlossen hat, gilt der Standort als zukunftsfähig. Denn durch die Möglichkeit, im Veitshöchheimer M-Zug die Mittlere Reife zu erwerben, wandern weniger Schüler an die Realschulen ab. Laut Prognose der Regierung von Unterfranken anhand der Zahlen aus den letzten 10 Jahren dürften die Schülerzahlen in den kommenden 25 Jahren ungefähr gleich bleiben. Nach der Berechnung von 2016 liegt der Bedarf der Verbandsschule bei 8 Grundschul- und 5 Mittelschulklassen. Während der Sanierung wird die Erlabrunner Schule als Ausweichmöglichkeit genutzt. Eine Berechnung auf 25 Jahre ist nötig, weil die Fördermittelbindung so lange läuft; die Regierung von Unterfranken fördert die Maßnahmen zu rund 54%. Insgesamt kostet die Sanierung und Erweiterung circa 25 Mio. Euro (Gesamtkosten von rund 22 Mio. Euro plus Kosten der Zwischenfinanzierung), davon sind knapp 18 Mio. Euro förderfähig; somit bezahlt die Regierung von Unterfranken etwa 10 Mio. Euro. Die verbleibenden 15 Mio. Euro teilen sich die vier Schulverbands-Gemeinden (Margetshöchheim, Erlabrunn, Leinach und Zell) nach dem jeweiligen Schüleranteil. Margetshöchheim hat derzeit 119 SchülerInnen, Erlabrunn 83, Leinach 26 und Zell 55. Aktuell stehen im Vermögenshaushalt des Schulverbands 8 Mio. Euro Darlehen für die Generalsanierung; die Tilgung läuft auf 25 Jahre. Ein Ersatzneubau bzw. Teilneubau schied für die Margetshöchheimer Schule aus - unter Anderem wegen fehlenden Alternativstandorten und hohen Kosten.

 

Die Rodungsarbeiten sind abgeschlossen; nach dem Umzug der Schulverwaltung kann der Abbruch und Neubau des Verwaltungstraktes beginnen. (Foto: Tina Göpfert)

Umfassende Maßnahmen nötig

Freuen kann sich die Gemeinde angesichts der gewaltigen Kosten nicht nur über die hohe Fördersumme, sondern auch über den vorzeitigen Maßnahmenbeginn, den die Regierung Ende Dezember genehmigt hat. Dadurch können nämlich auch die Kosten für die Brandschutzertüchtigung von 2019/2020 noch eingepreist werden - rund 480.000 Euro. Wäre der Brandschutz damals nicht verbessert worden, hätte der Schule die Stilllegung gedroht. Auch vorher war immer wieder saniert worden: ab 2002 wurden die Flachdächer umgebaut und in der Turnhalle die Sanitärräume sowie der Brauchwasserspeicher erneuert. 2011 mussten zwei alte Heizkessel ausgetauscht werden. Neben der dringend notwendigen Erweiterung ist das Gebäude jetzt dermaßen in die Jahre gekommen, dass vieles erneuert werden muss: die Sanitäranlagen im Schultrakt, die Heizungsanlage, die Fenster, das teils rissige Mauerwerk, schlechter Baugrund etc. Auch die Schulturnhalle muss für rund 1,6 Mio. Euro saniert und überraschend erweitert werden - das neue Raumprogramm gibt vor, dass für LehrerInnen und SchülerInnen jeweils 2 getrennte Dusch- und Umkleideräume sowie eine barrierefreie Dusche plus ein 1.-Hilfe-Raum nötig sind. Von den neuen Vorgaben als auch den hohen Kosten war die Gemeinde ziemlich überrascht worden. Auch die Außenbereiche müssen erneuert werden. Für die ganzen Planungen, Wünsche und Anregungen hat die Schule ein eigenes Bauteam zusammengestellt, das sich eng mit dem Bauausschuss des Schulverbands abgestimmt hat. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Grund- und Mittelschule bis September 2026 fertig umgebaut sein.