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Für besseren Schutz im Katastrophenfall: die Gemeinde schafft drei neue Sirenen an

Wie viele Gemeinden in Deutschland, hat Margetshöchheim mit den bisherigen Sirenen nur begrenzte Möglichkeiten, die Bevölkerung im Katastrophenfall umfassend zu warnen. Deshalb schafft die Gemeinde drei neue Sirenen an, die technisch auf dem neuesten Stand sind. Die Planungen sind in vollem Gange.

Dass im Katastrophenfall in Margetshöchheim bisher keine Warnungen über Sirenen durch die Integrierte Leitstelle (ILS) möglich sind, hält der Erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Peter Götz, für kritisch. Die jetzigen Sirenen im Gemeindegebiet seien nur für die Feuerwehralarmierung ansteuerbar. Zudem sei im Bereich Scheckert gar keine Sirene installiert, was in jedem Fall nachgerüstet werden müsste, so der Kommandant. Die Feuerwehr wird hauptsächlich über Meldeempfänger (eine Art "Piepser") alarmiert, von daher ist das Fehlen der Sirene in Margetshöchheim Süd bisher unproblematisch. Zwar können theoretisch auch bei älteren Sirenen über verschiedene Signalabfolgen unterschiedliche Ernstfälle kommuniziert werden, nach Aussage von Peter Götz können die alten Margesthöchheimer Modelle aber nur die Feuerwehr per ILS alarmieren. Dementsprechend hält es nicht nur der Feuerwehrkommandant für sinnvoll, die Sirenen durch Modelle zu ersetzen, die auch vom Katastrophenschutz direkt angesteuert werden können. Zudem verfügen die Sirenen auf dem technisch neuesten Stand über eine Sprachausgabe und ermöglichen so Durchsagen an die Bevölkerung.

Vorbereitungen für Ernstfälle machen im Gartendorf Sinn. Zum Einen, weil Margetshöchheim einer realen Hochwassergefahr ausgesetzt ist, zum Anderen, weil es laut Störfallverordnung im Einzugsgebiet zweier Würzburger Betriebe liegt, bei denen im Störfall Evakuierungen bis in die Bachwiese nötig werden könnten. Darüber hinaus könnten Starkregenereignisse durch die Tallage zum Ernstfall werden. Wie Daniel Biermann vom Technischen Bauamt mitteilt, arbeitet die Gemeinde derzeit durch Maßnahmen an den Umflutgräben im Außenbereich daran, Oberflächenwasser bei Starkregen kontrolliert abzuleiten. Aktuell sei rund ein Drittel der Maßnahmen umgesetzt, bis 2024 sollen die Ableitungen fertig sein. Zudem nimmt die Gemeinde an einem Audit zu Starkregen und Hochwasser teil, um die Sachlage und eventuelle Schutzmaßnahmen zu analysieren (siehe auch Blog-Artikel https://www.margetshoechheim-blog.de/politik-gemeinde/gemeinde-gemeinderat/209-margetsh%C3%B6chheim-l%C3%A4sst-risiko-von-hochwasser-und-starkregen-einsch%C3%A4tzen). Nach umfassenden Vorbereitungen durch die Feuerwehr laufen seit einiger Zeit die Vorbereitungen der Gemeinde mit der zuständigen Fachfirma für die Nachrüstung der Sirenen. Die Anschaffung der drei Sirenen werde "nicht auf die lange Bank geschoben", versicherte Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU) in der letzten Gemeinderatssitzung. Die Planungen seien bereits in vollem Gange und die Mittel im Haushalt 2022 eingestellt, so Brohm: "Das wird sicher dieses Jahr erledigt". Insgesamt kosten die drei Sirenen rund 30.000 Euro, aktuell gibt es aber ein Förderprogramm des bayerischen Innenministeriums. Voraussetzung für die zügige Umsetzung sei die Fördermittelzusage, ergänzt Biermann. Für die Gemeinde bleibt laut Bürgermeister ein Eigenanteil von rund 6.000 Euro. Derzeit prüfe ein beauftragtes Ingenieurbüro, welche Modelle für die Nachrüstung in Frage kämen, berichtet Brohm auf Nachfrage, in einer der nächsten Bauausschussitzungen werde das Ergebnis beraten und abgestimmt. Für Ernstfälle soll im Feuerwehrgerätehaus außerdem eine Notstromversorgung nachgerüstet werden.